Die Wahrheit über Erfolg und Erfolgreich sein

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„Was sich Dein Geist vorstellen kann, das kannst Du auch erreichen“. Dieser berühmte Satz aus Napoleon Hills „Denke nach und werde Reich“ bildet bis heute die Grundlage der Erfolgsliteratur – es gibt kaum einen Erfolgs- oder Motivationstrainer, dessen Lehren nicht auf genau diesem Satz beruhen würde.

Aber wieso soll es möglich sein, alles erreichen zu können, was man will? Wenn ich arm geboren bin, wie soll ich dann reich werden?  Wenn ich keine Beziehungen habe, wie soll ich dann eine Berühmtheit werden? Wie soll es möglich sein, nur durch meinen Geist erfolgreich zu werden?

Fragen wie diese sind es, die viele Menschen am oben genannten Satz und überhaupt der Erfolgsliteratur als Ganzes zweifeln lassen. Sie machen oftmals einfach so weiter wie bisher, weil sie ihre Zeit nicht mit Hirngespinste verschwenden wollen. Dabei würde es genügen, sich mit dem Wort „Erfolg“ zu beschäftigen, um zu sehen, dass der Satz keineswegs ein Hirngespinst ist, sondern ein ganz einfacher Prozess, den sie selbst jeden Tag mehrere Male am Tag durchleben.

Was bedeutet Erfolg?

Im Grunde genommen nichts weiter als ein Ziel zu erreichen. Rein sprachlich jedenfalls. Den Erfolg ist das Substantiv von „erfolgen“.  Und das bedeutet nun einmal nichts weiter als die Wirkung einer Ursache. Hat man also eine Ursache gesetzt (sich ein Ziel gesetzt) und dieses erreicht, so hat man den Erfolg.

Ich weiß, wenn wir heute von Erfolg reden, meinen wir eigentlich viel mehr als das. Wir benutzen den Ausdruck „Erfolg“ meistens nicht in einem abstrakten, sprachlichen Sinn, sondern inhaltlich. Erfolgreich in der heutigen Gesellschaft ist, wer über viel Geld verfügt, einen hohen sozialen Status hat, vielleicht sogar mehr oder minder prominent oder zumindest als Experte für ein bestimmtes Fach einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat.

Das ist ja auch in Ordnung, denn natürlich muss „Erfolg“ irgendwie mit einem Inhalt gefüllt werden. Allerdings solltest Du Dich nicht von dem beirren lassen, WAS gesellschaftlich als „Erfolg“ definiert wird, wenn Du selbst erfolgreich sein möchtest. Wenn Du nämlich das tust, baust Du ganz schnell Hürden auf – und erschwerst Dir den Weg

Konzentriere Dich auf das Wie und nicht auf das Was

Das Problem ist nämlich genau das. Wenn Du Dir wünscht, 20 Millionen Euro zu besitzen, konzentrierst Du Dich auf das konkrete Ergebnis, also den Inhalt des Erfolges. Wenn Du nun selbst gerade vielleicht noch zehn Euro in der Tasche hast, scheint es Dir eine Unmöglichkeit, dieses Geld aus eigener Kraft zu erreichen. Du siehst nur das konkrete Ergebnis, aber nicht das große Ganze: Dass Erfolg nämlich aus zwei Teilen besteht: Einer Ursache, die gesetzt werden muss und ein Ergebnis.

Ohne Ursache kein Erfolg.

Unsere Gesellschaft ist sehr gut darin geworden, Erfolg als einen einseitigen Prozess zu definieren. Wir sehen die Reichen, Schönen, Berühmten, aber wir sehen nicht, dass die meisten außergewöhnlichen Leistungen nur durch eine hohe Leistungsbereitschaft erzielt wurden. Wir  vergessen gerne, dass die allermeisten außergewöhnlich erfolgreichen Menschen auch einmal klein angefangen und keineswegs irgendetwas geschenkt bekommen haben. Stattdessen sehen wir nur ihre Ergebnisse, aber nicht die Ursachen, die sie gesetzt haben, um diese Ergebnisse zu erzielen.

Dabei war der Weg zum Erfolg genauso wichtig, wie das eigentliche Ergebnis. Sie alle haben sich nicht nur auf das Ergebnis konzentriert, also Ihr Ergebnis nicht aus dem Auge zu verlieren und es zu verfolgen. Sie alle haben sich genauso auch auf das „Wie“ konzentriert, also auf die Leistung, die sie erbringen müssen, um dieses Ergebnis zu erhalten.  Wir, für die nur das Ergebnis -der Reichtum, die Berühmtheit, die Fähigkeit odas das Aussehen- sehen, schauen oftmals nur auf dieses Ergebnis und denken uns oft, dass es etwas mit Glück zu tun hat und wir dieses Glück sowieso nicht haben.

Würden wir den Weg zum Ergebnis berücksichtigen, würde wir sehen, dass es für uns genauso realistisch ist, wie es für sie war.

Du bist bereits erfolgreich – täglich und zwar mehrmals am Tag!

Ob Du es glaubst oder nicht – ganz egal, wo Du Dich gerade im Leben befindest, ganz egal ob Du Geld hast oder keines und ganz egal, welche Träume Du hast: Erfolgreich bist Du bereits jetzt. Schließlich setzt Du Dir jeden Tag Ziele und erreichst diese. Ein Beispiel? Deine Nahrungsaufnahme.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Du dieses Beispiel trivial findest und es vielleicht nicht ernst nehmen kannst. Aber wenn Du daran denkst, was wir gerade besprochen haben, siehst Du, dass Du es ruhig ernst nehmen kann.

Der Prozess, etwas zu essen, wenn man Hunger hat, ist im Grunde genommen kein anderer als der Prozess, eine Million Euro zu verdienen. Es ist nur ein gradueller und kein prinzipieller Unterschied.

  • Du hast ein Verlangen, etwas zu erreichen (nämlich etwas, eventuell etwas Bestimmtes, zu essen.)
  • Du überlegst Dir, wie Du es bekommen kannst und leitest daraus einen Plan ab.
  • Du stehst auf, gehst zum Kühlschrank und holst es Dir.

Du hast also eine Ursache gesetzt (nämlich Dir ein Ziel zu setzen, Dir zu überlegen, wie Du es erreichst und den Plan in die Realität umzusetzen) und Du hast am Ende ein Erfolg: Du bist satt.

Ist das ein lächerlicher Vergleich?

Vielleicht ja – denn natürlich ist es ungleich viel schwerer und dauert ungleich länger, seine zwanzig Millionen zu erreichen. Aber im Grunde genommen ist es überhaupt nichts anderes. Frage ruhig einmal erfolgreiche Menschen, ob sie es auch so gemacht haben – Du wirst sehen, dass die meisten erfolgreichen Menschen genauso verfahren sind.

Ich will aber auch nicht unrealistisch sein – natürlich gibt es auch diejenigen Menschen, die praktisch in den „Erfolg“ hineingestolpert sind. So hat mir beispielsweise einmal der Geschäftsführer eines 500köpfigen Unternehmens erklärt, dass ihn das sehr ärgere, wenn er nach seinen Visionen befragt würde, da er schleicht keine habe und auch nie welche gehabt hätte. Bei der Gründung seiner eigenen Firma habe er damals einfach etwas ausprobiert, habe gesehen, dass die Nachfrage da ist und hat dann einfach weitergemacht.

Ja, es gibt solche Menschen. Aber sind diese Menschen erfolgreich? Im gesellschaftlichen Sinn ja, denn er hat etwas erreicht, was viele haben wollen: Geld. Aber im eigentlichen Sinne des Begriffs „Erfolg“: Nein.  Das ist definitiv kein erfolgreicher Mensch, sondern schlicht – ein Glückspilz.

Daran siehst Du auch wie irreführend es ist, wenn man unter „Erfolg“ nur bestimmte Ergebnisse sieht, aber nicht das große und Ganze. Würdest Du beispielsweise jemanden, der sein ganzes Leben lang nicht gearbeitet hat, schwere Alkoholprobleme hat und das Gefängnis öfter von innen gesehen hat, aber dann 20 Millionen Euro im Lotto gewinnt (weil er auch ein Spieler ist) als erfolgreich bezeichnen? Wohl kaum, oder?

Jeder Mensch kann erfolgreich sein

Erfolgreich kann also jeder sein, solange er sich ein Ziel setzt, sich einen Plan überlegt, um es zu erreichen und anfängt, diesen Plan auszuführen. Wie lange es dauert und wieviel Arbeit und wieviele Rückschläge dieser Mensch aushalten muss, um sein Ziel zu erreichen, hängt von seinem aktuellen Stand und der Entfernung bis zu seinem Ziel ab.

Wenn ich mir zum Beispiel das Ziel setze, ein großer Phyiker zu werden zu wollen und dabei nicht die geringste Ahnung von Physik habe, mag es bei mir vielleicht drei Mal so lange dauern, mein Ziel zu erreichen, weil ich keine Vorbildung habe – aber dann tue ich eben alles dafür, diese Vorbildung aufzuholen und so lange weiterzumachen, bis auch ich mein Ziel erreicht habe. Keine Bildung zu haben ist darum kein Hinderungsgrund – ich kann mir Bildung verschaffen.

Wenn ich Millionär werden möchte und keinen Cent in der Tasche habe, muss ich mir eine Strategie überlegen, um Geld anzusammeln, Geld zu sparen, mich weiterzubilden, um einen besser bezahlten Job zu bekommen – wenn ich aber weiß, wohin ich gehen möchte, kann ich es schaffen. Kein Geld zu haben ist darum kein Hinderungsgrund, um Millionär zu werden. Ich kann direkt anfangen mehr Geld zu verdienen und zu sparen.

Die meisten Menschen sind nicht deshalb erfolglos, weil das Schicksal oder eine höhere Macht sie hasst, sondern schlicht, weil sie keine Ziele haben. Und wenn sie Ziele haben (und zwar in besagter Art, also ein Ziel, das nur auf das Ergebnis abzielt, etwa viel Geld), dann verstehen sie nicht, dass der Erfolg nicht nur darin besteht, das Ergebnis zu haben, sondern auch den Weg dorthin zu gehen. Oder sie wollen es nicht verstehen und über Nacht reich werden, was meistens kläglich scheitert.

Wer aber beides verstanden hat, für den gibt es keinen Grund, warum er sein Ziel nicht erreichen soll – dieser Mensch kann dann so gut wie alles erreichen, was einem Menschen möglich ist.

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